Organisation der Krebsbehandlung
Das Niveau der Diagnose und Behandlung von Krebs in der Fehmarnbelt Region ist auf beiden Seiten der Grenze in Dänemark und Deutschland hoch. Aber die Struktur der Gesundheitswesen weist ziemlich große Unterschiede auf. Das dänische Gesundheitssystem ist unter anderem mehr zentralisiert, mit hochspezialisierten Zentren in verschiedenen Teilen des Landes. Das deutsche Gesundheitssystem ist vorbildlich was die Patientenversorgung in Wohnortnähe, kurze Wege und kurze Wartezeiten angeht.

Die Krebsbehandlungsabläufe in Dänemark sind standardisierter („Krebspakete“) als in Deutschland, was die Behandlung der Patienten möglicherweise weniger individuell macht. Auf der anderen Seite macht diese Standardisierung an den dänischen Krankenhäusern eine andere Arbeitsteilung beispielsweise zwischen Ärzten, Bestrahlungstechnikern und Krankenschwestern/-pflegern möglich. Manche Arbeiten, die in Deutschland Ärzten vorbehalten sind, dürfen in Dänemark von Krankenschwestern/-pflegern ausgeführt werden.
 
Das Projekt Krebsforschung Fehmarnbelt analysiert in einer Studie die Organisation der onkologischen Behandlung auf beiden Seiten der Grenze. Ziel der Untersuchung ist, die Systeme zu beschreiben und analysieren. Die Projektpartner wollen ihre Verschiedenartigkeit als Inspirationsquelle für eine Verbesserung ihrer jeweiligen Systeme nutzen, zum Vorteil von Patienten, medizinischem Personal und Krankenhäusern.
 
Die Onkologische und Hämatologische Abteilung des Sygehus Syd in Næstved hat 2012 eine neue Strahlenkanone in Betrieb genommen. Mit dieser 3. Strahlenkanone wird in Næstved erstmals auch Prostatakrebs behandelt. Diese Methode ist beim deutschen Projektpartner Klinik für Strahlentherapie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, eine Routinebehandlung. Durch die Projektzusammenarbeit kann Næstved von den Erfahrungen in Lübeck profitieren und durch den deutschen Projektpartner unterstützt werden.

Die Untersuchung beschränkt sich auf die drei großen Krebsarten Brustkrebs, Lungenkrebs und Darmkrebs. Die Untersuchung umfasst in Dänemark die Onkologische und Hämatologische Abteilung des Sygehus Syd in Næstved und in Deutschland die Medizinische Klinik I, Abteilung Hämatologie-Onkologie und die Klinik für Strahlentherapie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, sowie private Krebskliniken in Schleswig-Holstein.

Die gemeinsame Projektaufgabe wird mit Hilfe der Beratungsfirma GfK, Kopenhagen und Nürnberg, gelöst.

Ergebnisse der Analyse - Weiterlesen

Fachliche Kompetenzen - Weiterlesen